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Ă–ffentlich-Rechtliche Verzerrung von Tatsachen zum Krim-Referendum
18.03.2014 23:58
 

In einem Interview auf "phoenix vor Ort", einen Tag nach dem Referendum, tischt Krim-Korrespondent Uli Gack falsche Zahlen auf, die - natürlich, wie sollte es anders sein - Russland in einem betrügerischen Bild zeichnen. Zitat Uli Gack:

"Wir werden von Leuten angesprochen, woher denn diese über 95%ige Zustimmung kommt. Es gibt viele, die eben NICHT für Russland gestimmt haben. Ähm, wenn wir von ner Wahlbeteiligung von 90% erfahren, dann sind wir natürlich ziemlich skeptisch; allein die Tataren, eine Minderheit mit vielleicht 13 - 15% hat gesagt, dass sie geschlossen eben nicht, äh, z, de, z, nicht zu diesem Volksrefe

rendum gehen, dass sie eben diese Wahl boykottieren, öhm, wenn man jetzt allein diese 10% zugrunde legt oder 15%, die eben NICHT an diesem Referendum teilgenommen haben, dann sind wir schon bei 90%. Viele Russischstämmige und viele Ukrainer haben uns auch erzählt, dass sie nicht drn teilgenommen ha, äh, haben, also da wird glaube ich viel Zahlenakrobatik veranstaltet, ne kreative Wählerauszählung- ich glaube, dass die Zahlen, die sie uns genannt haben, mit der Realität relativ wenig gemein haben."

Die offiziellen Zahlen:

  • 82% Wahlbeteiligung
  • aus den abgegebenen Stimmen über 96% für Anschluss an Russland

Da Herr Gack sich zwischen 10 und 15% Anteil von Tataren an der Einwohnerzahl der Krim nicht entscheiden kann, gehen wir einmal von 12,5% Tataren aus, die nicht zur Wahl gingen: Das ergibt eine Wahlbeteiligung von 87,5%. Da können noch weitere 5,5% der Einwohner der Stimmabgabe fern bleiben, ohne die 82%ige Wahlbeteiligung unrealistisch erscheinen zu lassen - das entspricht bei 2.200.000 Krimbewohnern rund 121.000 Bürgern. Ob Herr Gack aus seinen Stichproben wirklich einen repräsentativen "Glauben" dafür entwickeln kann, dass mehr als 121.000 russische und ukrainische Bürger die Wahl boykottierten, ist vernünftigerweise zu bezweifeln.

Wir stellen fest: Herr Gack ist schuldig im Sinne der eigenen Anklage, die da lautete

"... ich glaube, dass die Zahlen, die sie uns gen

annt haben, mit der Realität relativ wenig gemein haben."

Im übrigen möge einmal jemand Herrn Gack mitteilen, dass der korrekte Begriff "Referendum" ist, und nicht "Volksreferendum". Letzteres ist eine denkbar dumme Tautologie und lässt insbesondere einen Journalisten inkompetent erscheinen, der zu einem Referendum sachkund

ig berichten soll. 

Soldaten nötigen Wähler zur moskautreuen Stimmabgabe?

Nichts desto trotz entblödet sich Herr Gack nicht, auf Anfrage auch noch zu suggerieren, die Soldaten, die angesichts des Unwillens aus Kiew gegenüber dem Krimreferendum folgerichtigerweise zum Schutz der Volksabstimmung eingesetzt werden, dass diese Soldaten also mit ihrer Präsenz um die Wahllokale herum die Wähler derart einschüchterten, dass sie ihr Kreuz genötigterweise an der von Moskau erwünschten Stelle machten. 

Das ist natürlich grober Unfug, denn die Wahlkabinen sind vor Einsicht geschützt und der 

Wahlzettel ist in gefalteter Weise ebenfalls nicht einsehbar. In den Wahllokalen selbst waren keine 

Soldaten. Und ein Soldat, der draußen in Stellung steht, kann nicht feststellen, welcher der zahlreichen Wähler, die das Wahllokal verlassen, nun was gewählt hat. Von Erschießungen derer, die falsch oder nicht wählten, ist mir übrigens bis heute nichts zu Ohren gekommen.

 

Das weitere blödsinnige Gewäsch dieser Live-Schalte kommentiere ich hier nicht weiter, das Ansehen des Videos reicht aus, um vollends das Vertrauen in unsere Berichterstattung zu verlieren.

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