Wer glaubt, der denkt nicht nach.

Wer seinen Glauben in eine Lehre gießt, ist anmaßend.

Wer diese Lehre als Wahrheit verkauft, ist unredlich.

Die Kirchen sind voll mit faulen, anmaßenden und unredlichen Menschen.

 

Diese Internetseite soll die althergebrachten und von den meisten Menschen sowieso nicht konsequent geglaubten religiösen Dogmen hinterfragen und der Intelligenz, dem Maß, der Redlichkeit und dem Mut das Wort reden.

 

Gerade angesichts religiöser Debatten in Talkshows, in der Politik und der Gesellschaft ist es mehr als angebracht, alte Verhaltensweisen und beliebte Scheinlösungen, die noch nie funktionierten, abzulegen und einer Entwicklung die Chance zu geben, die gerade die Menschen der demokratischen Nationen tiefer prägt, als die meisten es ahnen mögen: Dem Humanismus.

 

Es bringt niemanden voran, wenn beispielsweise Muslime bezüglich der Schlechtigkeit der Christen zu Recht auf die Hiroshima-Atombombe verweisen, während Christen mit dem elften September zu Recht gegen den Islam argumentieren. Gewöhnlicherweise spricht man davon, dass eine Krähe der anderen kein Auge aushackt- diese kluge Vernunft der sprichwörtlichen Krähen verlässt offensichtlich den Menschen, sobald er sich auf seine Religion beruft. 

 

Übrigens: Wenn ich von "Dem Christentum" oder "den Christen" sowie "den Muslimen" oder "dem Islam" rede, bin ich mir des latenten Widerspruchs etlicher LeserInnen bewusst, die lesend denken: "Es gibt nicht DEN Islam oder DAS Christentum, das sollte der Autor differenzierter betrachten".

 

Ich will erklären, warum ich anderer Auffassung bin: So differenziert, wie sich beispeilsweise die christlichen Denominationen (Konfessionen, Abspaltungen) aufstellen, KANN KEIN MENSCH eine Auseinandersetzung führen. Es gibt über 20.000 Denominationen (Peter de Rosa, "The fatal flaw of Christianity", Heidelberg 2004), eine vernünftige Auseinandersetzung MUSS sie alle in einen Topf werfen. Sie unterscheiden sich untereinander teils nur in Nuancen, teils sehr deutlich und sie distanzieren sich untereinander gegenseitig auch dann noch, wenn sie scheinbar "Ökumene" betreiben: Kein Protestant wird auf dem ökumenischen Kirchentag die Eucharistie der kath. Kirche mitfeiern dürfen. Die Ökumene ist für die Christen mehr oder weniger lediglich eine Notwendigkeit, die "Kleinstaaterei" innerhalb all der christlichen Splittergrüppchen zu überdecken. Fakt ist es, dass alle Unterschiede schon im Namen der unterschiedlichen Konfessionen geführt werden: Baptisten betonen die Wassertaufe nach dem Gläubigwerden, Pfingstler betonen die Geisttaufe, Adventisten betonen den Sabbat, Lutheraner folgen Luther, Calvinisten Calvin, andere Zwingli, die einen haben Schriften in der Bibel, die die anderen bewusst nicht als zur Bibel dazugehörig weglassen... die "Nuancen", um die es geht, mögen für säkulare Menschen "Nuancen" sein- für einen gläubigen Christen der einen oder anderen Denomination bedeutet es im Zweifel das Seelenheil.

 

Alleine die Tatsache, dass es soviele Abspaltungen gibt, sollte eigentlich zeigen, dass der Inhalt dieser Glaubensrichtung alles andere als Eindeutig ist: Die Inhalte der "heiligen Schriften" selbst sind derart interpretierbar, dass man alles und nichts hinein- oder herauslesen kann- und genau DAS ist ja auch an der Tagesordnung. Insofern ist es für meine Begriffe einerlei, ob ich "die Christen" sage oder einige Konfessionen skizziere, die am Ende eh in Unwichtigkeit aufgehen, weil sie in der Masse versinken.

 

Mir geht übrigens regelmäßig die Hutschnur hoch, wenn ich Kirchen- und Politikvertreter in Talkshows davon reden höre, dass man mit den Vertretern muslimischer Provenienz in Deutschland nicht reden könne, weil die Muslime eine so heterogene Masse ohne konkrete Ansprechpartner darstellten. Das ist angesichts der Fülle christlicher Konfessionen lachhaft und als Argument nicht statthaft und zeigt überdies die Selbstgefälligkeit und Arroganz der populären Kirchen in Deutschland: Sie merken nicht einmal mehr, dass sie sich mit diesem Argument selber das Wasser abdrehen und bilden sich ein, "besser" zu sein, als diese fremde und zudem wahrscheinlich gefürchtete Religion des Islam.

 

Es ist und bleibt ein Dilemma, wenn unsere Verfassung einerseits die Trennung zwischen Religion und Staat proklamiert, das Volk andererseits aber Schwierigkeiten mit dem Kopftuch hat, während Kruzifixe in Schulen gerichtlichen Schutz finden. Die Debatte und der Streit, den die Religion des Islam in unser Land bringt, mag befremdend erscheinen und manch einer sich fragen "Wie kommen diese "Gäste" unseres Landes (die schon lange keine Gäste mehr sind) dazu, unser System so zu benutzen, mißbrauchen; wie kommen sie dazu, eine Religion in eine Gesellschaft hineinzubringen, die hier nichts zu suchen hat?" 

 

Ganz einfach: Es ist ihr grundgesetzlich verbrieftes Recht. Wohingegen das Recht auf Kruzifixe lediglich ein Gewohnheitsrecht darstellt und mit dem Grundgesetz nach meiner Auffassung kollidiert. Und zudem den gesellschaftlichen Frieden stört; wo bislang die Christen ein Monopol hatten, weil die Gesellschaft recht homogen christlich war, ist unsere heutige Gesellschaft religiös heterogen und die Bevorzugung der einen religiösen Gruppe vor der anderen bedroht auf lange Sicht unter der Annahme unveränderter Rahmenbedingungen den gesellschaftlichen Frieden.

 

Die korrekte Haltung des Staates wäre für meine Begriffe diejenige, sowohl die christliche Religion- auch wenn und gerade weil sie unsere Gesellschaft prägt- als auch jede andere Religion komplett aus öffentlichen Belangen herauszuhalten. Weder Kopftücher an Schulen noch Nonnenkostüme. Weder Kruzifixe an Schulen noch den Lehrerpult in Richtung Mekka oder was sonst für Ideen zutage treten könnten. DAS wäre ein Zeichen für Toleranz und Konsequenz.

 

Angesichts des eben Geschilderten wird deutlich, dass man eine Religion mit der anderen nicht "austreiben" kann. Wir lösen die Probleme mit dem Islam nicht mit Hilfe von Christen. Oder mit Hilfe von Buddhisten oder Juden. Im Gegenteil: Wer darin die Lösung des Religionsproblems sieht, produziert und verschärft es noch. Wir Menschen brauchen andere Antworten, andere Konzepte des Zusammenlebens angesichts der Globalisierung, die bei weitem nicht mehr nur wirtschaftlich voranschreitet.

 

Und der erste Schritt muss hierbei noch nicht einmal unberührten Boden betreten- die alten Philosophen und der Humanismus haben in der Geschichte bereits Wegzeichen gesetzt, wir müssen uns nur auf sie besinnen und in 4 Dingen aktiv werden:

 

1.) Nachdenken

2.) Erwägen

3.) Redlich sein

4.) mutig sein

 

Ich möchte dazu einladen, diese 4 Punkte zu verinnerlichen. Dazu liefern die folgenden Seiten etliche Anstöße, die teilweise provokant erscheinen aber bei näherer Betrachtung vielleicht weniger "provokant" sind, als einfach nur schonungslos ehrlich zu sein versuchen.

 

Auf jeden Fall freue ich mich über Lesermeinungen per Mail oder Gästebuch, die zur Sache beitragen- wie auch immer.


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